Aus Lektoraten geboren

 

Wenn ich lektoriere oder in den Foren Texte kommentiere, neige ich dazu, gelegentlich etwas ausführlicher auf einzelne Zusammenhänge einzugehen. Auch beim Lesen von Büchern, die ich rezensiere, stoße ich gelegentlich auf handwerkliche Schwächen. Dabei gibt es aber jedes Mal so viele spezielle Aspekte, dass ich diese Ausführungen nicht zu einem einzelnen Text zusammenfassen konnte – immer ging etwas verloren. Dazu kommt, dass eine Faustregel oder ein Zusammenhang, die/der für den einen Text bestimmend ist, in einem anderen Text vielleicht nur ein Nebenaspekt ist oder sogar zu Gunsten des Gesamtwerkes gebrochen werden muss.

Also folgt hier eine Reihe von Einzel-Texten zu verschiedenen Themen. Da mancher Tipp auch themenübergreifend wirkt, kann Ihnen dies oder jenes hier durchaus auch mehrfach begegnen.

Hinweis: Weil ich in der Prosa beheimatet bin und auch nur Prosa lektoriere, gelten all diese Hinweise für diesen Literaturbereich. Ist das Genre nicht speziell erwähnt, geht es um erzählende Prosa bzw. Belletristik.

Übrigens:

Für das Schreiben gilt wie für jede Kunst: „Machen kann man alles – wenn man es kann.“ Das heißt: Sie dürfen beim Schreiben jede Vorschrift und jede Faustregel brechen. Sie müssen sich nur bewusst sein, was Sie dabei riskieren. Je nachdem, wie gut Sie das gewählte, eine Regel brechende Mittel beherrschen und in den Kontext einbinden können, kann der Effekt von „Wow!“ bis „Was’n das für ’n Scheiß?“ reichen.

Also übernehmen Sie nie – ich wiederhole: nie! – irgendwelche Schreibregeln einfach so, ohne sie auf Tauglichkeit für Ihren Text zu prüfen! Versuchen Sie, zu verstehen, warum es diese Regel gibt und was ein Regelbruch bedeuten kann! Trainieren Sie das Erspüren, ob etwas zu Ihnen, zu Ihrem Text passt, damit Sie „aus dem Bauch heraus“ schreiben können!