Die Fachbegriffe

Wenn Sie sich zum Thema Blickwinkel informieren, treffen Sie unter anderem auf folgende Fachbegriffe:

Erzählperspektive, Erzählerstandpunkt, Point of View, Erzählform und ähnliches: Das wird oft synonym benutzt, ist aber nicht identisch. Dennoch wird man beim Nachschlagen auf große bis extrem große Ähnlichkeiten und Überschneidungen stoßen. Ich halte eine Unterscheidung dieser Begriffe für den Bereich des „einfachen Autorenwissens“ für eher verwirrend – lassen wir es also hier bei der Erwähnung der Worte.

Auktoriale Erzählsituation: Der Erzähler gehört nicht zur Handlung, er war bzw. ist nicht beteiligt. Man spricht hierbei auch vom allwissenden Erzähler. Dieser lässt seine Allwissenheit spüren, indem er Informationen einstreut, die die Figuren nicht haben können, Verbindungen aufzeigt oder sogar kommentierende Passagen einflicht.

Neutrale Erzählsituation: Der Erzähler gehört auch hier nicht zur Handlung. Er zeigt jedoch nur, was wahrzunehmen ist. Innere Vorgänge (Emotionen, Gedanken) und Zusammenhänge werden nicht mitgeteilt. In gewissen Sinne entspricht das dem typischen Film, der weder mit Stimmen aus dem Off noch mit kommentierenden Zwischen- oder Untertexten hantiert.

Ich-Erzähler: Der Erzähler ist Teil der Handlung. Er muss dabei nicht treibende Figur sein, theoretisch kann er als reiner Beobachter vor Ort dabei sein. In der Regel erzählt er aus der Erinnerung heraus. Als Spezialfall wird bei wikipedia der (Innere) Monolog genannt.

Personale Erzählsituation: Es wird aus der Perspektive einer Figur erzählt, ohne dass diese selbst erzählt. Ich verwende hier gern das Bild der Kamera – diese kann in sehr verschiedenen Distanzen zu jener Figur (ich nenne sie hier den „Point of View“) „angebracht“ sein. Sie könnte praktisch direkt im Hirn des Point of View sitzen und alles aufnehmen, was die Figur wahrnimmt, denkt und fühlt. Sie kann dem Point of View über die Schulter schauen und bei dieser Nähe wichtige Wahrnehmungen und die wesentlichen (aber nicht unbedingt alle) inneren Vorgänge erfassen. Sie könnte aber auch in größerem Abstand, quasi „parallel“ zu der Figur mitgehen. Diese Erzählform wird heute sehr oft verwendet, da die Kamera beweglich ist und man je nach Bedarf ganz nah an der Figur oder entfernter sein kann, wobei Letzteres eine deutliche Objektivierung des Gezeigten erlaubt.