Sprache und Sprachpflege

 

Lassen Sie mich – sozusagen als Basis für die Ausführungen unter dem Menüpunkt „Schreiben“ – ein paar Worte über Sprache und Sprachpflege verlieren. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder fachwissenschaftliche Präzision sollen die ersten Beiträge ein wenig Licht auf diesen Themenkreis werfen. Sie müssen das nicht lesen, um die Abschnitte über das Schreiben zu verstehen. Aber es erklärt vielleicht meine Hingabe an das Thema. Und wenn es Sie neugierig macht oder für das Thema Sprache sensibilisiert, dann haben diese Texte ihre Aufgabe erfüllt.


Schrift ist hier und heute allgegenwärtig. Sie transportiert Informationen, erlaubt Kommunikation über räumliche und zeitliche Distanzen hinweg, ist in vielerlei Hinsicht unverzichtbar für das moderne Leben. Und manchmal – wenn man Geschichten schreibt oder liest – macht sie auch einfach nur Spaß.

Schrift basiert auf Sprache, transportiert wesentliche Aspekte von ihr. Sprache wiederum war nicht nur von wesentlicher evolutionärer Bedeutung für die Menschwerdung, sie ist es auch für die zivilisatorische Entwicklung. Nicht nur „Kultur“ in engerem Sinn, vor allem unser Wissen und darauf aufbauend die Technikentwicklung ist ohne unsere Sprache schlichtweg unmöglich. Davon, dass das einzelne Individuum ohne ausreichende Sprach- und Schreibkenntnisse in unserer Informationsgesellschaft leicht auf der Strecke bleiben kann, ganz zu schweigen.

Sprachpflege ist deshalb keine elitäre Spielerei, wie mancher Kritisierte gern andeutet. Es geht nicht um ein „Hobby weltfremder Besserwisser“. Im Gegenteil, es geht letztlich um das „Funktionieren“ unserer so auf Information bauenden Gesellschaft. Denn mit Sprachpflege meine ich ausdrücklich nicht das sture Festhalten an Veraltetem oder die Verteufelung von Fremdworten. Es geht mir um die Aufrechterhaltung der Funktionstüchtigkeit der Sprache, mit dem besondern Schwerpunkt Schriftsprache.

Dass die Komplexität und Vielschichtigkeit von Sprache außerdem richtig Spaß machen kann, daran sei nur am Rande erinnert. Aber auch dafür braucht man eine zwar lebendige, aber in ihren Funktionen intakte Sprache.


Lassen Sie mich das im Folgenden genauer ausführen. Unter dem Menüpunkt Warum wir Geschichten erzählen finden Sie Betrachtungen über die Funktion des Erzählens, unter Sprachpflege soll es nochmal um den Sinn von Sprachpflege gehen, was darunter verstanden wird und wohin Sprachschluderei führen kann.