Let’s have fun!

Der Mensch neigt, wie alle Lebewesen, dazu, Energie nicht zu verschwenden. Aus individueller Sicht ist alles, was nicht unmittelbar zur Lebenssicherung nötig ist, Verschwendung. Sogar der Sex. Gäbe es keinen Trieb dazu und würde seine Ausübung nicht das Belohnungssystem im Hirn aktivieren, würde er nicht stattfinden. Menschlich ausgedrückt: Sex macht Spaß.

Ähnliche Energie-Verschwendung ist es für den Einzelnen auch, Wissen anzuhäufen, das weder satt macht, noch warm oder gesund hält. Selbst im sozialen Gefüge müsste man eigentlich nur das wissen, was im unmittelbaren Umfeld wichtig ist. Wenn man umzieht, kann man es dort ja neu lernen – und zwar genau das, was man dort braucht. Trotzdem schauen wir dem englischen Prinzen beim Heiraten zu, lesen etwas über afrikanische Kulturen oder sehen uns Märchenfilme an. Warum? Na weil es Spaß macht!

So wenig wie Tiere, die keinen „Spaß“ an Sex haben, sich fortpflanzen, so wenig haben diejenigen Vormenschen, die keinen Spaß an Wissen hatten, Werkzeuge entwickelt, Jagdstrategien verbessert oder sich Gedanken darüber gemacht, wie man Feuer bändigen könnte. Nur diejenigen, die das taten, wurden zu Urmenschen. Zugespitzt ausgedrückt: Neugier machte den Menschen zum Menschen.

„Neues“ ist dabei so vielfältig wie das Lebensumfeld der betreffenden Spezies: Es geht um Nahrungsbeschaffung und Bequemlichkeit ebenso wie um soziale Belange oder um das Entwerfen von Lebensstrategien. Klatsch und Tratsch sind – neben der Wissenschaft – also auch Ergebnis unserer Intelligenz. In größere Formen gegossen führen sie zum Interesse an Geschichten, also mehr oder weniger komplexen Erzählungen darüber, was andere (auch ausgedachte) Menschen so tun und lassen, was ihnen passiert und wie sie reagieren.