Orte in Sachsen: Wermsdorf

 

Wermsdorf liegt in Nordsachsen. Ungefähr 1200 ist der Ort wohl gegründet worden, doch schon vorher war das Gebiet dicht besiedelt. Deshalb sieht man derzeit auch immer mal wieder die typischen Zelte, die Ausgrabungsstellen schützen, auf den Bauflächen für die neue Ortsumgehungsstraße.

Historische Dimension bekam Wermsdorf spätestens, als August der Starke hier ein Jagd- und Repräsentationsschloss zu bauen begann. Das Alte Jagdschloss wurde durch das Neue Palais, die Hubertusburg, abgelöst, deren Bau 1721 begann. Er und später sein Sohn Friedrich August II. nutzten das Schloss nicht nur als „Lager“ für die Perforce-Jagden (das Umland von Wermsdorf wurde dafür umgestaltet), hier fand auch viel Politisches statt.

Die Hubertusburg zählte zu den prunkvollsten Schlössern Sachsens, es war sogar eines der größten Barockschlösser Europas. Und die Anlage sollte noch wachsen. Da kam aber der Siebenjährige Krieg „dazwischen“ – und zwar mit verheerenden Folgen. Denn anders als es eigentlich üblich war, plünderten die Preußen das Schloss ratzekahl aus. Nicht nur kostbare Möbel, Gemälde oder andere Wertgegenstände wurden geraubt, auch die normale Haushaltsausstattung und sogar Türbeschläge und architektonische Elemente (wie die Aufbauten am Dach) wurden entfernt. Es blieb kaum mehr als die Mauern übrig.

Das Repräsentationsschloss wurde zum Nutz-Gebäude. Die meiste Zeit diente es als Lazarett bzw. Nervenheilanstalt. Noch heute gibt es auf den Gelände eine der renommiertesten Einrichtungen dieser Art.

Der Kernbereich – das Schloss und die den Hof umgebenden Gebäude – werden seit Jahren saniert. Ein erster Höhepunkt, bei dem sich das Schloss präsentierte, war die Ausstellung zum Siebenjährigen Krieg, dessen Ende sich 2013 zum 250. Mal jährte. Doch es ist noch viel zu tun …

Wermsdorf ist heute bekannt für
• die Huberstusburg,
• die Fischzucht im Horstsee und den anderen Teichen,
• die Gänsezucht „Eskildsn“,
• den Deutschen Philatelie Service,
• den Wermsdorfer Forst …